Kantianismus - Nachwehen

Feodor am Do., 12.01.2017 - 13:18

Sachverhalte und Subjektivität

Aus

Das Weltkonzept 'Licht' (etwa in Form physikalisch-optischer Theorien) ist ja sowieso nicht "subjektabhängig" in jenem Sinn, den Kant bei bestimmten Phänomenen, längst nicht bei allen!, im Auge hat und auf den du dich hier allein stützt: Denn wiss. Modelle/Theorien usw. -- also wirklichkeitsbeschreibende Sachverhalte -- sind nicht subjektgeneriert (niemals!), sondern sie sind diskursiv und in Gemeinschaft teleologisch handelnd zustandegekommen (etwa, indem man sich Experimente ausdachte und dann aus den entsprechenden Beobachtungen Schlüsse zog, die schließlich in einer Theorie kulminierten).

wurde von mir die folgende Kernaussage extrahiert:

104: Wissenschaftliche Sachverhalte werden niemals durch Subjekte generiert.

Das wurde vom Autor anschließend zurückgezogen. Es soll nun heißen:

104a: Wissenschaftliche Sachverhalte werden immer durch Subjekte generiert.

Dadurch verschwindet u.a. der Widerspruch zwischen 104 und 105. Man beachte allerdings wie stark diese Aussage formuliert war: "sind nicht subjektgeneriert (niemals!), sondern sie sind". Die Fehlaussage wird durch die Ausdrücke "(niemals!)" und "sondern" doppelt bekräftigt und bezieht sich zudem direkt auf die vorausgehende Aussage "sowieso nicht 'subjektabhängig'", so dass kaum von einem Tippfehler auszugehen war.

Unerkennbarkeitspostulat

Aus

[...] reden wir nicht von der Realität (wir haben gar keine Ahnung, was "real vorgeht", wenn ein Farbeindruck qua Affektion entsteht), sondern wir reden dann über die Wirklichkeit des Farbensehens, also darüber, wie das unter heranziehen unserer Modelle erklärbar ist. Andersherum formuliert: Verfügten wir nicht über diese wirklichkeitsverbürgenden Modelle, könnten wir gar nichts erklären, weil es nämlich so ist, daß wir dann nichts in der Hand hätten, womit wir "etwas klar machen/erklären" könnten. Denn die Realität flüstert uns dazu nichts, gar nichts! Sie ist einfach wie sie ist.

kurz "wir haben gar keine Ahnung, was 'real vorgeht' [...] die Realität flüstert uns dazu nichts, gar nichts! Sie ist einfach wie sie ist." extrahierte ich:

200: Wir haben keine Ahnung, was "real vorgeht".
201: Die Realität flüstert uns gar nichts.
202: Die Realität ist einfach wie sie ist.

Das wurde ebenfalls zurückgezogen, d.h. die vollkommene Unerkennbarkeit der Realität wird nicht mehr postuliert. Dadurch verschwinden auch einige Widersprüche. Wenn nun aber einiges in der Realität doch erkennbar sein soll, stellt sich umso dringender die Frage, was das ist, warum wir es erkennen können und wie sich das Erkennbare von Unerkennbaren unterscheidet.

Welt und Wirklichkeit

Ergänzend wurde nachgetragen, dass "Welt" mehr umfassen soll als nur Wirklichkeit. "Welt" soll offenbar subjektiv verstanden werden, wie ich es bei Vokabeln wie Vorstellungswelt oder Weltbild unterstelle.

Angriff ist die beste Verteidigung

Allerdings wurde meine Analyse auch wie folgt "gewürdigt":

Das ist natürlich Quatsch mit Soße! [...] nicht wirklich verstanden [...] Wem traust du zu, so einen Schmonz zu vertreten? [...] irgendetwas zusammenfabulierst [...] purem philosophischen Unverständnis entquillt [...] Dein Verständnis von Wirklichkeit ist schwer defizitär (wenn nicht gar grottenfalsch). [...] Oh my God! [...] vollkommen irrelevant [...] Du postulierst, wie du lustig bist [...] Wer immer das behauptet haben mag (wahrscheinlich niemand: [...] Visionen? ich war es jedenfalls nicht ... weil ich solchen Quatsch nicht vertrete. [...] absurden Gedanken [...] Meine Güte! [...] Die Schönheit des internen Unsinns dieser Behauptung sollte unbedingt gewürdigt werden! [...] irre Realitätsvorstellung

Das Grauen ging also weiter. ;-) M.E. fällt dies alles auf den anonymen Autor zurück.

Generell lohnt es sich meiner Ansicht nach nicht, auf Texte näher einzugehen, die erkennbar nachlässig ohne Rücksicht auf Lesbarkeit formuliert sind.